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13. Juli 2007: Spezialist für Iso-Flachglas im Großformat

„Glas ist ein sehr vielseitiger Baustoff. Man kann fast alles daraus herstellen“, sagte Barbara Henze gleich zur Begrüßung, als SPD-Landtagskandidat Karl Heinz Hausmann gestern zusammen mit Helmut Minne die Henze-Glas GmbH in Hörden besichtigte. Und damit sagte sie auch viel über die Firmenphilosophie. Denn ihrem Mann Dietmar fällt es schwer, Grenzen zu akzeptieren.
Zwei große Isolierglasscheiben von 9 mal 3,21 Metern stehen seit 2005 auf dem Firmengelände. Eigentlich kann es solche Scheiben gar nicht geben, denn das normale Maß ist 6 mal 3,21 Meter. Aber zusammen mit einem Lübecker Lieferanten hat Firmenchef Dietmar Henze das verwirklicht.
Bei der Beschreibung der Firma für Karl Heinz Hausmann konnte Helmut Minne gut mitreden, war er doch von 1972 bis zu seinem Ruhestand hier beschäftigt. Am Anfang bestand die Firma aus drei Mitarbeitern, einschließlich Chef. Heute sind es 38 Beschäftigte, in der Hochsaison auch schon mal über 40. Das Glasgeschäft ist sehr wetterabhängig, erfuhr Hausmann. Isolierglasscheiben haben im Wesentlichen drei Funktionen: Wärmedämmung, Schallschutz oder Sicherheitsglas. Oft werden mehrere Qualitäten gleichzeitig gefragt. Entsprechend breit ist auch das Angebot von Henze-Glas. Während des Gesprächs ging es auch um Standortpolitik und Insolvenzrecht. Während die neuen Bundesländer immer noch Firmenansiedlungen großzügig fördern, sind die Förderquoten wenige Kilometer entfernt in den alten Bundesländern äußerst gering. Durch dieses Fördergefälle gibt es eine Wettbewerbsverzerrung, die man in Hörden durch Qualität auszugleichen versucht. Nur so kann man sich bei dem derzeitigen Preisverfall wegen der Produktionsüberkapazitäten behaupten. Und beim Glas verarbeitenden Betrieb komme es immer auch auf den Glasverstand an. Glas ist eben ein Werkstoff, bei dem es auf Erfahrung ankommt. Wenn eine Lieferung kommt, dann sieht man nicht, ob da eine Scheibe gerissen ist, beschrieb Minne aus eigener Erfahrung. Aber wenn ein ganz bestimmtes Geräusch, wie pfeifen, zu hören war, wussten früher alle Mitarbeiter, dass sie nur noch zur Seite springen mussten, denn wenige Sekunden später würde eine der sechs Meter großen Scheiben zerplatzen. Heute werden in dem Hallenbereich, in dem die großen Scheiben bewegt werden, die Hebegeräte computergesteuert. Saugnäpfe fassen ein Blatt und bewegen es auf die Zuschneidemaschine. Hier ist kein Mensch in der Nähe. Henze-Glas hat Kunden in ganz Europa. Selbst im Osten, wo die Preise niedriger sind, wird mehr und mehr Wert auf Qualität und gute fachliche Beratung gelegt. Und da kommen die Spezialisten in Hörden wieder ins Spiel. Erstaunlich groß ist die Ausstattung mit Maschinen. Bei sehr hartem Glas muss die Oberfläche in Schnittbreite sogar angeschliffen werden, damit ein sauberer Schnitt möglich ist. Es gibt sogar eine Scheibenwaschmaschine, die jede Scheibe säubert, bevor sie mit einer zweiten oder dritten zur Isolierglasscheibe verbunden wird. Zwischen den Scheiben wird man nie wieder reinigen können. Und selbst die Restfeuchte zwischen den Scheiben wird ein Spezialgranulat in den Rand eingebaut.
Karl Heinz Hausmann war sehr beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des Hördener Betriebes. Anerkennung zollte er auch, weil Henze-Glas vor einigen Jahren wegen hoher Einnahmeausfälle durch die Insolvenz eines großen Kunden arg in Bedrängnis geraten war. Da arbeitete jemand sein Leben lang und dann ist alles durch die Insolvenz eines anderen in Frage gestellt. Da ist es schon eine Leistung, wenn man es wie Henze-Glas trotzdem schafft, sagte der Landtagskandidat.

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