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Hausmann und Beck

30. August 2007: Minister soll Worten Taten folgen lassen

„Wie klappt es mit der Soforthilfe, die der Umweltminister zugesagt hat?“ wollte SPD-Landtagskandidat Karl Heinz Hausmann wissen und sprach heute mit Anwohnern des Marientals in Lonau. Hier hatte der Starkregen im Oberharz die Lonau kräftig anschwellen und so mächtig über die Ufer treten lassen, dass das Wasser bei einigen Anwohnern am späten Nachmittag des 21. August durchs Haus floss. Tags darauf war Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander gekommen, um sich die Folgen der Katastrophe anzusehen und den Lonauern umgehend unbürokratische Hilfe zuzusagen.
Doch wie die Gelder, deren Höhe auch eine Woche nach dem Ministerbesuch noch nicht feststeht, verteilt werden sollen und wo man sie beantragen kann, weiß bis heute in Lonau niemand. Ein Unding, wie Hausmann sich mit den Betroffenen einig war, die er in der Straße traf. Auch der Landkreis habe keine Mitteilung aus dem Umweltministerium erhalten, wie die Soforthilfe organisiert werden soll, berichtete Hausmann, der sich von seinem Parteifreund Thomas Beck durchs Dorf führen ließ.
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Thomas Beck und Karl Heinz Hausmann an der Lonau hinter Becks Grundstück. Hier war der halbe Holzstoß unter Wasser gewesen. Das Bachbett war noch vor gut einer Woche wesentlich tiefer. Zwei weitere Stufen konnte man hinabgehen. Die eigentliche Sohle des Bachbetts liegt einen halben bis dreiviertel Meter tiefer. Fotos: K.H.Bleß
Das Mariental sieht wieder sehr aufgeräumt und sauber aus. Rund 150 Kubikmeter Geröll, Kies und Steine sind abgefahren worden, berichtete Beck. Das alles war den Berg heruntergekommen. Einige Gärten sind jetzt ohne Erde, aber schon wieder eingeebnet, bei einem Anwohner hat die Flut die 300 Forellen aus seinem Teich mitgerissen, bei einer anderen Betroffenen schwebt die Ecke des Gartenhäuschens in der Luft über dem nun breiteren Bachbett. Wir müssen das ganz sicher alles selbst bezahlen. Ich glaube nicht, dass wir einen einzigen Euro sehen, sagte die Frau verdrossen. Beim Elbhochwasser sind sofort fünf Millionen Euro an die Betroffenen in den CDU-Landkreisen ausgezahlt worden, hier gibt es nichts als leere Versprechungen, sagte Karl Heinz Hausmann. Es könne doch nicht sein, dass man, nur weil man im Landkreis Osterode wohne, kein Geld von der CDU/FDP-Regierung bekomme, während für andere Gebiete immer Geld da sei. Auch die CDU-Landtagsabgeordnete, die den Minister begleitet hatte, habe diesen offensichtlich nicht dazu bewegen können, seinen Versprechungen Taten folgen zu lassen.
Thomas Beck zeigte, wie hoch das Wasser der Lonau durch seinen Garten und um den Schuppen floss. Der Sperrmüll stand schon bereit, weil für das Wochenende die zweite kostenlose Sperrabfall-Abholung angekündigt war. Das ist unbürokratische Soforthilfe, kommentierte Thomas Beck die Aktion des Landkreises, der den Bürgerinnen und Bürgern nicht zumuten wollte, erst eine Anmeldekarte für den Sperrabfall abschicken zu müssen, um dann auf einen Abfuhr-Termin zu warten. Lob hatte Beck auch für die vielen Einsatzkräfte und Wirtin Petra Dietrich-Sievers, die die Helfer mit Essen und Getränken versorgte, und jetzt für die Bürger. Alle hätten sich gegenseitig so gut es geht geholfen, damit der Ort schon nach einer Woche wieder wie ein Kurort aussieht. Nur hinter den Häusern sieht es mancherorts noch nach viel Arbeit aus. Hinter seinem Haus zeigte Thomas Beck Karl Heinz Hausmann die Lonau, wie sie nun so friedlich dahin plätschert. Doch der Schein trügt. Die Sohle des Bachbettes liegt etwa einen halben bis dreiviertel Meter höher als zuvor. Soviel Schutt und Steine liegen in der Lonau. Wenn das bis zum nächsten starken Regen nicht wieder ausgehoben wird, haben wir schon bald das Problem erneut, sagte er besorgt. Die bisherige Tiefe wieder herzustellen sei ein Mindestmaß an Hochwasserschutz, der nötig sei. Die Stadt Herzberg hat schon mal 150 000 Euro beim Land beantragt, davon 50 000 für die Reparatur des Bachlaufes der Lonau im Ort und 100 000 Euro für die Bürger. In anderen Ortschaften des Landkreises, etwa in Osterode, Schwiegershausen und der Samtgemeinde Hattorf, kann man die Schäden noch gar nicht beziffern. Auch in diesen Orten sowie im ebenfalls betroffenen Landkreis Northeim weiß niemand, wie die Soforthilfe des Landes organisiert werden soll. Das Kabinett hat erst einmal eine Arbeitsgruppe gebildet aus Vertretern des Umwelt-, Innen-, Landwirtschafts- und Finanzministeriums sowie der Staatskanzlei, um nach Geld in vorhandenen Fördertöpfen zu suchen. Und wie lange diese Arbeitsgruppe berät und ob etwas dabei herauskommt, ist nicht absehbar.
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Das Hochwasser hat die Straße unterspült. Thomas Beck und Karl Heinz Hausmann schauen ins schon wieder weitgehend geräumte Bachbett.

Presse

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