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Uhlenhaut 150

14. Dezember 2007: Harzer Sonnenseite ist ein Segen für die kleinen Orte

„Die Harzer Sonnenseite ist ein Segen für die kleinen Orte. Wir könnten das gar nicht leisten, was wir dabei erhalten.“ Diese Einschätzung äußerte Samtgemeindebürgermeister Frank Uhlenhaut in einem Gespräch mit SPD-Landtagskandidat Karl Heinz Hausmann. „Die Leistungen sind finanzierbar und wir fühlen uns gut aufgehoben“, sagte er. Auch Vermieter hätten ihm signalisiert, dass die Resonanz auf den gemeinsamen Werbeprospekt des Südharzes für den Fremdenverkehr deutlich besser sei.
Doch seien nicht nur die Gemeinden gefragt, auch die privaten Einrichtungen müssten laufend renoviert werden. „Gute Häuser werden sich durchsetzen“, sagte der Samtgemeindebürgermeister. Da es in Walkenried aber sehr viele Kleinstbetriebe gebe, deren Betreiber über 60 Jahre alt seien, werde deutlich, dass der demografische Wandel auch hier Auswirkungen habe. Umso wichtiger sei die Forderung nach einem Vier-Sterne-Hotel auf dem Gebiet der Domäne direkt am Kloster. Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt, der das Gelände gehöre, der Fachhochschule Nordhausen, dem Landkreis und dem Museum werde ein Konzept für ein solches Themenhotel erarbeitet. Dann werde es vermutlich auch leichter sein, einen Investor zu finden.
Das Kloster, berichtete Uhlenhaut weiter, bringe viele Besucher in den Ort. Es zeige sich, dass auch die private Wirtschaft davon profitiere, wenn sie sich auf die Besucher einstelle und das Serviceangebot stimme. Das gelte ganz besonders für die Gastronomie im Ort. „Kann Walkenried von der Förderpolitik des Landes profitieren?“ wollte Hausmann wissen. Wegen der topografischen Lage könnten Wieda und Zorge keine Gewerbegebiete ausweisen, einfach weil es keine geeigneten Flächen gibt, erklärte Uhlenhaut. Dafür hätten die Orte aber andere Vorteile. Denn viele Gebiete um die Orte seien unter Naturschutz gestellt. „Das ist ein Wert für ganz Niedersachsen“, hob er hervor. Dem werde bei der Förderung nicht Rechnung getragen. Auch dass bei der Schlüsselzuweisung von Landesmitteln die Einwohner der kleinen Orte weniger zählen als beispielsweise in Braunschweig (1,8-fach), sei nicht „zeitgemäß und nicht fair“, war er sich mit Hausmann einig Walkenried bekomme den demografischen Wandel, berichtete er weiter, besonders stark zu spüren. Deshalb gelte es, sich darauf einzustellen, etwa indem man frage, welche Bedürfnisse ein älterer Mensch habe. Die gesamte Infrastruktur müsse sich darauf einstellen. Deshalb sei es so wichtig, dass es in Walkenried bald wieder einen Lebensmittelmarkt gebe. „Die Versorgung muss vor Ort geschehen“, sagte er. Die Senioren sollten so lange wie möglich zuhause leben können. Dabei stelle sich das Problem, dass die Häuser, in denen sie leben, viel zu groß seien, die Einkommen aber eher gering. Deshalb sei darauf zu achten, dass die Angebote auch bezahlbar seien.
Nach dem Immobilienmarkt gefragt antwortete Uhlenhaut Hausmann, dass es einen großen Altbestand an Häusern gebe. Diese an jüngere Menschen zu veräußern, sei nicht einfach. Dazu müsse ein ganz neues Werbekonzept her. Und die Eigentümer, die oft gar nicht hier wohnten, müssten von ihren oft „utopischen Preisen“ herunterkommen, damit junge Familien sich die Häuser kaufen und modernisieren könnten. Wie bei allen Bürgermeistergesprächen fragte Karl Heinz Hausmann auch hier nach der Kleinkinderbetreuung. Uhlenhaut berichtete, dass es in der Samtgemeinde Walkenried drei Kindergärten, eine Krippe und einen Hort gebe. Die Kindertagesstätten kooperierten gut miteinander. Um mehr Flexibilität zu erreichen, würden derzeit einige Modelle mit den Eltern diskutiert.

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