Zum Inhalt springen
Die Initiative Zukunft Harz (IZH) hat gestern nach ihrer Sitzung in Osterode ihre nächsten Projektfortschritte vorgestellt. In einem Pressegespräch ging es um betriebliche Gesundheitsreisen, das geplante Pumpspeicherwerk unter Tage und um internationale Kooperationen der TU Clausthal. Karl Heinz Hausmann ist Mitglied im Lenkungsausschuss der IZH.

Unter anderem ist der Aufbau einer Agentur "Gesund im Harz" geplant, erläuterten Björn Gollée und Thomas Hülsebusch (beide Bad Lauterberg), die betriebliche Gesundheitsreisen initiieren will. Im Januar 2013 soll ein Verein zur Förderung von solchen Reisen seine Arbeit aufnehmen. Ziel ist es, Betriebe zu motivieren, es ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu ermöglichen, im Harz etwas für ihre Gesundheit zu tun, damit diese im Arbeitsleben bis am Ende gesünder dastehen. Das sei auch für Betriebe angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels wirtschaftlich interessant. Von den noch zu entwickelnden "Gesundheitspakete" sollen im Harz Hotels, Kliniken und Anbietern von Gesundheitsleistungen profitieren. Bisher beteiligten sich 23 Einrichtungen an der Entstehung des Vereins, der offen für weitere Mitglieder ist.

Geschwunden ist die Euphorie für den Bau eines Pumpspeicherwerkes unter Tage im Harz. Die Idee, die dahinter steht, ist ein Energiespeicher mit Wasser. Auf verschiedenen Ebenen im Berg soll Wasser gelagert werden können. Ein oberes Becken soll über einen mehrere hundert Meter tiefen Schacht mit einem unteren Becken verbunden werden. Wenn überschüssiger Strom aus erneuerbarer Energiegewinnung (Wind, Sonne) verfügbar ist, sollten gewaltige Pumpen Wasser vom unteren ins obere Becken pumpen. Immer wenn mehr Strom verbraucht als mit Sonne oder Wind produziert wird, soll dann das Wasser von oben auf Turbinen unten im Schacht hinabstürzen, um Strom zu erzeugen. Der Harz könnte so einen Beitrag zur Energiewende leisten.

Doch da alte Kohle- oder Gaskraftwerke derzeit günstiger Strom für Spitzenlast produzieren können als ein Pumpspeicherwerk erst zu bauen und dann in Betrieb zu nehmen, spricht einiges gegen diesen Wasserspeicher. Deshalb sei ein "langer Atem nötig", sagte Marko Schmidt, der bis vor kurzem an dem Projekt geforscht hatte, seit Anfang September aber bei Harz Energie beschäftigt ist. Man müsse warten, bis es ein entsprechendes "Marktdesign" gebe sagte er, womit eine Nachfrage nach dieser Speichermöglichkeit gemeint war. Der Vorsitzende des Lenkungsausschusses, Willi J. Lauer aus Bad Harzburg, kritisierte, dass die Bundesregierung ähnliche Vorhaben im Ausland fördere. Es sei wünschenswert, dass Bund und Land lieber das Vorhaben im Harz förderten, um die Chance eines technischen Vorsprungs nutzen zu können.

Zuletzt berichtete der Präsident der TU Clausthal, Professor Thomas Haschke, über das Ziel, die TU im Oberharz weiter zu internationalisieren. Im Zeichen der Globalisierung sei ein internationales Studium mehr als wünschenswert. Es gibt bereits eine Kooperation mit einer Universität in Shanghai. Ziel ist es, die Studiengänge etwa im Maschinenbau so zu synchronisieren, dass es Studierenden ohne viel Zeitverlust ermöglicht wird, während der Ausbildung den Studienort über die Grenzen hinweg zu wechseln. Bereits jetzt hätten zwei Studierende der TU Clausthal ihren Abschluss in Shanghai gemacht. Weitere Kooperationen mit Universitäten in Südamerika würden gerade vorbereitet, berichtete er.

Vorherige Meldung: Preis für „Unser Dorf spart Strom“

Nächste Meldung: Mit Frauke Heiligenstadt in der KGS

Alle Meldungen