Berufsvorbereitung für Förderschüler

BBS-Förderklasse 28k
 

Seit 20 Jahren gibt es eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Berufsbildenden Schulen und den Förderschulen in Osterode und Bad Lauterberg, der Wartbergschule und der Lutterbergschule. Karl Heinz Hausmann, Landtagskandidat der SPD, informierte sich am Freitag über das Projekt der Berufsvorbereitung für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen, das ihm der Leiter der Berufsbildenden Schulen (BBS) II, Wolfgang Junker, und der stellvertretende Leiter der Lutterbergschule, Klaus Posselt, vorstellten.

 
BBS-Förderklasse 23
Erste Stunde von Wartbergschülern in den Frisörklassen der BBS II. Von links: Berufsschullehrer Michael Franzke, Schulleiter Wolfgang Junker, Klassenlehrerin Britta Thyen, SPD-Landtagsabgeordneter Karl Heinz Hausmann und der stellvertretende Leiter der Lutterbergschule Klaus Posselt.
Fotos: K.H.Bleß

Zusammen mit ihrem Klassenlehrer kommen die Schülerinnen und Schüler an jedem Freitag in die Berufsschule gegenüber der Stadthalle. Für jeweils ein Vierteljahr lernen sie ein Berufsfeld kennen. Am vergangenen Freitag begannen die neuen Klassen. Es sind die Bereiche Metalltechnik, Bau und Holz, Hauswirtschaft mit Schwerpunkt Backen und Körperpflege. Die Schülerinnen und Schüler bekommen einen Einblick in grundlegende Techniken und Fertigkeiten für verschiedene Berufe und üben spezielle Arbeitsweisen der Berufsschule. Der Unterricht in der eigenen Schule hat in der Woche in der Regel einen direkten Bezug zum Unterricht in der Berufsschule. Das gilt besonders für die Fächer Mathematik und Deutsch. Nach diesem Schuljahr können die Jugendlichen ins Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), in die Berufsfachschule oder in die Lehre gehen. Weil die Auszubildenden schon wüssten, was sie erwarte, gebe es weniger falsche Berufsentscheidungen und somit weniger Abbrüche von Ausbildungsverhältnissen, erfuhr der SPD-Landtagskandidat.

BBS-Förderklasse 22

Im Informationsgespräch: Wolfgang Junker, Karl Heinz Hausmann und Klaus Posselt

Schulleiter Junker merkte allerdings kritisch an, dass die Betriebe und Kammern die Erwartungen und Voraussetzungen, die sie an Jugendliche für einen Ausbildungsplatz stellten, immer wieder steigerten. Ob dies immer gerechtfertigt sei, sei dahingestellt. Er sagte mit einem Schuss Ironie: „Die Mächtigen dieser Welt sind die Kammern.“ Für überzogene Erwartungen hatte auch Karl Heinz Hausmann ein Beispiel aus seinem Erfahrungsbereich. Er berichtete von einem Gärtnereibetrieb, der nur Abiturienten einstelle.

Die Anzahl der Ausbildungsplätze im Handwerk gehe derzeit zurück, klagte Junker, während die Industrie wieder mehr ausbilde. Gerade handwerkliche Berufe und damit spezielle Fertigkeiten drohten verloren zu gehen. Dabei seien das die Berufe, bei denen sich die Förderschüler besonders gut behaupten könnten. Besonders gute Chancen hätten die Jugendlichen im Servicebereich. Von November an wird es in Osterode auch eine Gastronomieausbildung geben, kündigte der BBS-II-Leiter an.

Die „hohe soziale Kompetenz“ der Förderschülerinnen und –schüler stellte Junker heraus. Sie könnten damit einige Schwächen gut wettmachen. Gerade die Teamarbeit und selbstsicheres Auftreten lernten sie in diesem Projekt. Und wenn die Schüler merkten, dass sie für den Alltag die Theorie benötigten, dann falle es vielen auch leichter, sie zu erlernen. Auch fehlten die Schülerinnen und Schüler, die dieses Projekt durchlaufen hätten, anschließend deutlich seltener in der Berufsbildenden Schule, weil ihnen durch das Projekt die Schwellenangst genommen sei.

 
BBS-Förderklasse 27
In der Mitte neben Karl Heinz Hausmann Dieter Hage, der mit Klaus Posselt seit Beginn des Projektes vor 20 Jahren dabei ist. Rechts Wolfgang Junker bei seiner Begrüßung der Schülerinnen und Schüler als Motivator.

Klaus Posselt, der zusammen mit seinem Kollegen Dieter Hage von Anfang an an dem Projekt mitarbeitet, lobte, dass der Schulträger, der Landkreis, von Anfang an die Sachkosten und die Fahrtkosten für die Schüler übernommen habe. Am Ende eines Vierteljahres, wenn das Berufsfeld gewechselt werde, nehme jeder Schüler und jede Schülerin etwas mit nach Hause – ein sichtbares Ergebnis der Arbeit in den Werkstätten der Berufsschule. Für die Finanzierung dieses Projektes hilft der BBS auch das eigene Budget. Da könne man flexibel reagieren, waren sich die Schulleiter einig. Wegen des Erfolges dieser Kooperation werde man deshalb die Finanzierung dieses Projektes immer vorrangig sehen.

 

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Selbstverständlich beachten wir die Vorschriften des Datenschutzes.
Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.